Pack vs. Gutmensch – Open Data Crunch in Dresden

Nein, der Open Data Crunch ist keine Frühstückscerealie oder Calisthenicsübung für Fortgeschrittene, sondern ein Programmierwettstreit, der im Rahmen der diesjährigen Datenspuren des Chaos Computer Clubs in den Technischen Sammlungen Dresden ausgetragen wurde. Die dahinterstehende Idee ist, den Gedanken des Open-Government voranzutreiben und erste Nutzungsmöglichkeiten und Anwendungen zu entwickeln, die den umfangreichen Datenschatz der öffentlichen Hand nicht nur zugänglich, sondern – möglichst auch visualisierend – auswertbar macht. Was bei dem 72-stündigen Codingmarathon rausgekommen ist, kann in dem verlinkten Video bestaunt werden.

Besonders gelungen fand ich, neben dem Gewinner, der DVBot-App, das Applet zur Wohnungssuche in Dresden. Dabei können verschiedene (augenzwinkende) Voreinstellungen getätigt werden, z.B. ob man sich eher als Selbstverwirklicher oder „Gutmensch“ sieht. Das Applet wertet die vorhandenen Daten (Wahlergebnisse der Bezirke, Kneipenanzahl, Bebauung usw.) aus und schlägt dem Nutzer den für ihn optimalen Stadtteil zum Wohnen vor. Bliebe dann nur noch zu klären, ob diese Form der Wohnungssuche die Gentrifizierungsprobleme eher noch vorantreibt oder abbaut.

Ungeachtet der vorgestellten Anwendungen dürfte der Dresdner Themenstadtplan das wohl mächtigste und auch unterschätzteste Werkzeug im Bereich Open Government sein. Dresden nimmt hier bundesweit eine Vorreiterrolle ein, insbesondere was die öffentlich zur Verfügung stehenden Daten angeht. Allein die Baulandkataster (nebst allen Bebauungsplänen), sowie die Umwelt-, Wasser- und Lärmkarten, dürften in dieser Ausführlichkeit einmalig sein (Kartenlegende „Themen“ einfach durchklicken).

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: über das städtische Kartierungssytem Cardo kann man auch direkt auf die Geodaten der Landeshauptstadt zugreifen (Benutzername und Passwort sind trivial, die visualisierte Anwendung funktioniert nur mit dem IE-Browser).

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